Reifer Cheddar vs Stilton: Kalorien, Natrium, Kalzium
Reifer Cheddar vs Stilton pro 100 g: 410 vs 395 kcal, 670 vs 1100 mg Natrium, 720 vs 320 mg Kalzium. Die zwei großen britischen Käsesorten im Detail verglichen.
Reifer Cheddar und Stilton sind die zwei international bekanntesten britischen Käsesorten, beide aus Kuhmilch — doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Pro 100 g: Cheddar 410 kcal, 720 mg Kalzium, 670 mg Natrium. Stilton 395 kcal, 320 mg Kalzium, 1.100 mg Natrium. Der entscheidende Unterschied liegt beim Natrium: Stilton enthält 64 % mehr Salz pro Gramm, weil Blauschimmel eine stark gesalzene Umgebung braucht, um zu wachsen.
Die umgekehrten Kalziumwerte sind die zweite wichtige Zahl. Cheddars längere Press- und Reifestruktur konzentriert Kalzium; Stiltons weichere, schimmelgeäderte Textur speichert weniger Mineral pro Gramm. Gleiche Milch, völlig unterschiedliche Mineralwerte.
Schnellvergleich
| Pro 100 g | Reifer Cheddar | Stilton |
|---|---|---|
| Kalorien | 410 kcal | 395 kcal |
| Eiweiß | 25,5 g | 23,5 g |
| Fett | 34,0 g | 33,0 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 21,5 g | 20,5 g |
| Kohlenhydrate | 0,4 g | 0,5 g |
| Zucker | 0,1 g | 0,1 g |
| Ballaststoffe | 0,0 g | 0,0 g |
| Natrium | 670 mg | 1100 mg |
| Kalium | 98 mg | 130 mg |
| Kalzium | 720 mg | 320 mg |
| Eisen | 0,3 mg | 0,4 mg |
Makronährstoffe und Kalorien
Referenzportion für eine Käseplatte: 30 g. Cheddar = 123 kcal, Stilton = 119 kcal — nahezu identisch. Der Unterschied von 15 kcal pro 100 g liegt am Fett (34 vs. 33 g) und liegt innerhalb der normalen Schwankungsbreite.
Eiweiß und gesättigte Fettsäuren sind ebenfalls ähnlich. Beide Käsesorten liegen bei der Eiweißdichte an der Spitze britischer Käse — 25,5 vs. 23,5 g pro 100 g. Eine 30-g-Portion liefert jeweils 6 g gesättigte Fettsäuren, etwa ein Viertel der WHO-Tagesempfehlung.
Der Kohlenhydratgehalt ist in beiden Fällen praktisch null — gereifter Käse passt damit besser in Keto-Konzepte als frische Milchprodukte.
Vitamine und Mineralstoffe
Kalzium ist der überraschende Unterschied. Cheddars 720 mg pro 100 g decken in einer 30-g-Portion 22 % des täglichen Kalziumbedarfs eines Erwachsenen. Stiltons 320 mg pro 100 g sind halb so viel — beim Schimmelentwicklungsprozess geht Kalzium in die Molke über. Die geäderte Textur ist strukturell mineralärmer.
Kalium ist bei Stilton etwas höher (130 vs. 98 mg), aber keine der beiden Sorten ist eine nennenswerte Quelle. Eisen ist in beiden Fällen nur in Spuren vorhanden (0,3–0,4 mg).
Die Mineralgeschichte dreht sich um Kalzium und Natrium: Cheddar kalziumreich und natriummoderat, Stilton kalziumärmer und sehr natriumreich.
Natrium: das Stilton-Problem
Mit 1.100 mg Natrium pro 100 g gehört Stilton zu den natriumreichsten Lebensmitteln im britischen Sortiment. Eine 30-g-Portion liefert 330 mg — 16 % des WHO-Tageslimits. Zwei Stücke Stilton auf einer Käseplatte plus eine natriumreiche Mahlzeit treiben die Tagesaufnahme schnell über 2.000 mg.
Cheddar mit 670 mg pro 100 g ist hoch, aber nicht extrem: eine 30-g-Portion entspricht 200 mg Natrium, etwa 10 % des Tageslimits.
Wer Natrium reduziert — bei Bluthochdruck, Nierenproblemen oder natriumarmer Ernährung — greift zu Cheddar. Stilton wird zum Gelegenheitskäse.
Reifung und Textur
Reifer Cheddar wird hart gepresst und 12–24 Monate gereift. Das Ergebnis: fester, krümeliger Käse mit konzentriertem Umami und scharfem Abgang.
Stilton ist deutlich jünger (8–12 Wochen) und verwendet Penicillium-roqueforti-Schimmelpilze, die während der Reifung eingebracht werden. Die blauen Adern entstehen in den feuchtigkeitshaltenden Taschen des Bruchs. Stiltons Geschmack ist schärfer, salziger und komplexer; viele Verkoster empfinden ihn in größeren Mengen als überwältigend — was die Aufnahme praktisch begrenzt.
Zum Schmelzen eignet sich Cheddar deutlich besser. Zum Zerbröseln in Salate oder Pasta ist Stiltons Textur die richtige Wahl.
Diätverträglichkeit
| Ernährungsform | Reifer Cheddar | Stilton |
|---|---|---|
| Vegan | Nein | Nein |
| Vegetarisch | Ja (kein Lab)* | Ja (kein Lab)* |
| Glutenfrei | Ja | Ja |
| Laktosefrei | Nein | Nein |
| Paleo | Grenzwertig | Grenzwertig |
| Mediterran | Grenzwertig | Nein (hoher Natriumgehalt) |
| Keto | Ja (0,4 g Kohlenhydrate) | Ja (0,5 g Kohlenhydrate) |
| Low-FODMAP | Ja (gereift) | Ja (gereift) |
*Die Vegetarierverträglichkeit hängt von der Labquelle ab. Moderne Versionen beider Käsesorten mit mikrobiellem oder pflanzlichem Lab sind vegetarierfreundlich; traditionelle Versionen mit tierischem Lab nicht.
Beide Käsesorten sind Keto- und Low-FODMAP-kompatibel — die Reifung baut Laktose auf vernachlässigbare Mengen ab, der Kohlenhydratgehalt ist praktisch null.
Wann reifer Cheddar die bessere Wahl ist
- 2,3-fach mehr Kalzium pro 100 g — erheblicher Beitrag zum Tagesbedarf.
- 39 % weniger Natrium pro 100 g.
- Mehr Eiweiß (25,5 vs. 23,5 g).
- Schmilzt gleichmäßig — geeignet für Kochanwendungen, bei denen Stilton versagt.
- Milderes Geschmacksprofil — vielseitiger in Sandwiches und als Snack.
- Günstiger pro Kilogramm als gereifter Stilton.
Wann Stilton die bessere Wahl ist
- Blauschimmelkomplexität, die kein Cheddar erreicht.
- Etwas mehr Kalium pro 100 g (130 vs. 98 mg).
- Passt zu Port, Sherry oder Süßweinen — klassische Käse-Wein-Kombination.
- Lässt sich in Salate, Pasta oder auf Steak bröseln.
- Festtagstradition — Weihnachts-Stilton ist britisches Kulturgut.
- Hohe Umami-Dichte — eine kleinere Portion reicht.
Praktische Kombinationen
Reifer Cheddar passt zu Äpfeln, Birnen, Walnüssen, Branston Pickle, reifem Ale und trockenem Cider. Als Schmelzkäse eignet er sich für getoastete Sandwiches, Mac and Cheese, Backkartoffeln und Omeletts.
Stilton verlangt nach süßen Kontrasten: Birne, Feige, Honig, Walnuss, Port, Süßwein. Als Saucenbasis — Stilton-Sauce auf Steak — bringt er viel Geschmack bei geringem Zutatengewicht. Am besten bei Zimmertemperatur auf einem Cracker, nicht geschmolzen.
Für den wöchentlichen Käsekonsum: Cheddar 30 g an den meisten Tagen als Kalzium-und-Eiweiß-Snack, Stilton 30 g einmal pro Woche als Bretterkäse zum Wein. Die Kombination liefert solide Mineralstoffversorgung aus Milchprodukten ohne Natriumüberladung.

